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Blog und Newsletter in der Praxis

Ob ein Blog sich lohnt, worüber man schreibt und wie oft. Dazu das Zusammenspiel mit dem Newsletter.

Klicken Sie auf eine Frage, um die Antwort zu lesen.

Lohnt sich ein Blog für uns?

Nur, wenn Sie ihn durchhalten. Ein Blog mit drei Beiträgen von vor zwei Jahren schadet mehr, als er nutzt — er zeigt, dass hier niemand mehr arbeitet.

Er lohnt sich, wenn:

  • Ihnen ständig dieselben Fragen gestellt werden.
  • Sie regional gefunden werden wollen und Ihre Themen gesucht werden.
  • Sie etwas zu zeigen haben — abgeschlossene Arbeiten, Ergebnisse, Veränderungen.

Er lohnt sich nicht, wenn:

  • Sie nur schreiben, weil „man das macht“.
  • Ihre Kundschaft nicht sucht, sondern empfohlen bekommt.
  • Sie realistisch keine Stunde im Monat dafür haben.

Die ehrliche Alternative: eine gute FAQ-Seite. Sie beantwortet dieselben Fragen, wird ebenso gefunden und altert nicht.

Wie oft sollte ich schreiben?

So oft, wie Sie es im schlechtesten Monat schaffen — nicht, was Sie sich im Januar vornehmen.

Als Anhaltspunkt für kleine Betriebe:

  • Monatlich ist ein guter, haltbarer Takt.
  • Vierteljährlich genügt, wenn die Beiträge Substanz haben.
  • Wöchentlich schafft niemand nebenbei.

Der wirksamste Trick: vorproduzieren. Drei Beiträge an einem ruhigen Nachmittag schreiben und über ein Vierteljahr verteilen. Dann tragen sie durch die Zeit, in der keine Zeit ist.

Und: Regelmäßigkeit schlägt Menge. Sechs Beiträge im Jahr, verlässlich verteilt, wirken besser als zwölf in zwei Schüben und danach Stille.

Worüber schreibe ich?

Über das, was Sie am Telefon ohnehin dreimal die Woche erklären.

Vier Sorten, die zuverlässig funktionieren:

  • „Wie erkenne ich, ob …“ — genau danach wird gesucht.
  • „Was kostet …“ — der meistgesuchte Satzanfang überhaupt.
  • Ein abgeschlossener Auftrag: Was war das Problem, was haben Sie gemacht, wie sieht es jetzt aus. Mit Bildern.
  • Was sich geändert hat — Vorschriften, Förderungen, Fristen.

Was nicht funktioniert: „Wir waren auf der Messe“, „Frohe Weihnachten“, „Wir haben ein neues Fahrzeug“. Das liest niemand, der Sie nicht schon kennt — und wer Sie kennt, braucht es nicht.

Die Themenliste für ein ganzes Jahr entsteht in zwanzig Minuten: zwölf Fragen aufschreiben, die Sie oft gestellt bekommen.

Wie lang soll ein Beitrag sein?

So lang wie nötig — meist zwischen 300 und 800 Wörtern.

Was die Länge bestimmt:

  • Eine Frage, eine Antwort. Wenn Sie zwei Themen behandeln, sind es zwei Beiträge.
  • Vollständig genug, dass niemand nachfragen muss. Ein Beitrag, der am Ende „sprechen Sie uns an“ sagt, ohne etwas gesagt zu haben, ist eine vertane Gelegenheit.
  • Kurz genug, dass man ihn zu Ende liest.

Was hilft:

  • Zwischenüberschriften alle drei bis vier Absätze.
  • Aufzählungen, wo es Aufzählungen sind.
  • Ein Bild, wenn es etwas zeigt.

Was Sie nicht tun sollten: einen Text auf eine Länge strecken, weil „lange Texte besser gefunden werden“. Das war einmal so und ist es nicht mehr.

Kann ich einen Beitrag vorbereiten, ohne ihn zu veröffentlichen?

Ja — Beiträge haben einen Entwurfszustand, und importierte Beiträge landen grundsätzlich dort.

Das ist der Weg, der Vorproduktion überhaupt möglich macht:

  1. Drei Beiträge schreiben, alle als Entwurf.
  2. Im Kalender verteilen.
  3. Zum jeweiligen Termin veröffentlichen.

Was Sie beim Vorproduzieren beachten sollten: Keine Angaben, die schnell altern. Ein Beitrag, der im Januar geschrieben und im April veröffentlicht wird, sollte keinen „aktuellen“ Preis nennen und keine Frist, die dann abgelaufen ist.

Und: Lesen Sie einen vorproduzierten Beitrag vor dem Veröffentlichen noch einmal. Was im Januar richtig war, kann im April überholt sein.

Braucht jeder Beitrag ein Bild?

Ein Bild pro Beitrag ist üblich und hilfreich — aber nur, wenn es etwas zeigt.

Was gut funktioniert:

  • Ein Foto der Arbeit, über die Sie schreiben. Vorher, nachher, Detail.
  • Ein Bild, das die Frage illustriert — der Schaden, das Bauteil, die Situation.

Was nicht funktioniert: ein Symbolbild von lächelnden Menschen an einem Konferenztisch. Es macht den Beitrag länger und sonst nichts.

Zur Technik: quer, mindestens 1200 Pixel breit, mit Alt-Text. Der Alt-Text beschreibt, was zu sehen ist — für Menschen, die es nicht sehen können, und für Suchmaschinen.

Und die Rechtefrage gilt hier wie überall: eigene Bilder oder solche mit Nutzungsrecht. Nicht aus der Bildersuche.

Soll ich Beiträge in Kategorien einteilen?

Erst ab etwa zwanzig Beiträgen — vorher schafft es mehr Struktur, als es Nutzen bringt.

Wenn Sie einteilen:

  • Wenige Kategorien. Drei bis fünf.
  • Nach dem, was der Leser sucht, nicht nach Ihrer inneren Ordnung. „Badsanierung“ und „Heizung“ sind besser als „Fachbeiträge“ und „Aktuelles“.
  • Jeder Beitrag genau eine.

Der praktische Nutzen entsteht im Baustein „Beitragsliste“: Damit können Sie auf einer Leistungsseite nur die dazu passenden Beiträge zeigen — Heizungsbeiträge auf der Heizungsseite.

Das ist der Punkt, an dem Kategorien sich lohnen. Ohne diese Verwendung sind sie Verwaltung.

Wie verbinde ich Blog und Newsletter?

Der Newsletter ist die Zusammenfassung, nicht die Kopie.

Der Ablauf, der funktioniert:

  1. Sie schreiben Beiträge im gewohnten Takt.
  2. Alle zwei bis drei Monate ein Newsletter mit drei bis vier Anrissen und Links auf die Beiträge.
  3. Dazu ein bis zwei Sätze, die es nur im Newsletter gibt — etwas Persönliches, ein Hinweis, ein Termin.

Warum nicht den ganzen Beitrag in den Newsletter: Er wird zu lang, und die Besucher kommen nicht auf Ihre Seite.

Und die rechtliche Grundlage bleibt dieselbe: Newsletter nur an Menschen, die ausdrücklich eingewilligt haben, mit doppelter Bestätigung, Abmeldelink und Impressum in jeder Ausgabe.

Abonnenten, Kampagnen und Ausgang liegen nebeneinander. Aus den Blogbeiträgen lässt sich ein Digest erzeugen.

Was gehört in einen Newsletter?

Drei bis vier Punkte, mehr nicht:

  1. Ein persönlicher Aufhänger — zwei Sätze, was gerade los ist.
  2. Zwei bis drei Anrisse mit Link.
  3. Ein Termin oder Hinweis, falls es einen gibt.
  4. Ein Abschluss mit Kontaktmöglichkeit.

Was einen Newsletter besser macht als die meisten:

  • Nützlich statt werbend. Wer nur verkauft, wird abbestellt.
  • Regelmäßig, aber nicht häufig. Vierteljährlich ist für die meisten kleinen Betriebe richtig.
  • Kurz. Wer nach unten scrollen muss, liest nicht mehr.

Und der Betreff entscheidet, ob er geöffnet wird: konkret, ohne Werbesprache, unter 50 Zeichen.

Was mache ich mit alten Beiträgen?

Meistens: stehen lassen und pflegen — nicht löschen.

Ein alter Beitrag, der gefunden wird, ist wertvoller als ein neuer, den niemand kennt. Was er braucht:

  • Angaben prüfen. Preise, Vorschriften, Fristen, Ansprechpartner.
  • Ergänzen statt neu schreiben, wenn sich etwas geändert hat — mit einem Hinweis, wann aktualisiert wurde.
  • Verlinken, wenn ein neuerer Beitrag das Thema fortführt.

Wann löschen richtig ist:

  • Der Inhalt ist falsch und lässt sich nicht retten.
  • Er nennt Menschen, die nicht mehr genannt werden wollen.

Wenn Sie löschen: eine Weiterleitung auf einen passenden Beitrag setzen. Sonst führt jeder Link, der irgendwo steht, ins Leere.

Wie sorge ich dafür, dass ein Beitrag gefunden wird?

Indem er eine Frage beantwortet, die jemand stellt — in den Worten, in denen sie gestellt wird.

Praktisch:

  • Die Überschrift ist die Frage. „Was kostet eine Badsanierung in Dresden?“ wird gesucht; „Unsere Leistungen im Sanitärbereich“ nicht.
  • Der Ort gehört hinein, wenn Sie regional arbeiten.
  • Vollständig antworten. Ein Beitrag, der die Frage nur anreißt, wird schnell wieder verlassen, und das merken Suchmaschinen.
  • Intern verlinken: von der passenden Leistungsseite auf den Beitrag und zurück.

Was Sie nicht tun sollten: dasselbe Wort zwanzigmal unterbringen. Das schadet.

Und rechnen Sie mit Geduld: Ein neuer Beitrag braucht Wochen bis Monate, bis er in der Suche auftaucht.

Wer im Betrieb sollte schreiben?

Der, der es weiß — nicht der, der gut schreiben kann.

Das ist der wichtigste Satz zu diesem Thema: Fachliche Substanz lässt sich nicht ersetzen, sprachliche Form schon.

Der Ablauf, der bei kleinen Betrieben funktioniert:

  1. Der Fachmann erzählt — fünf Minuten ins Handy gesprochen.
  2. Jemand schreibt es auf. Das kann eine Bürokraft sein, ein Dienstleister oder ein KI-Vorschlag als Rohentwurf.
  3. Der Fachmann liest gegen. Fachlich, nicht sprachlich.

Was nicht funktioniert: Beiträge von jemandem schreiben lassen, der nie mit Ihnen gesprochen hat. Das Ergebnis ist allgemein, und allgemein ist im Netz wertlos.

Steht Ihre Frage nicht dabei?

Versuchen Sie es über die Suche — die geht über alle Kapitel auf einmal. Und wenn hier wirklich etwas fehlt, sagen Sie uns Bescheid: im Programm unten rechts über „Fehler melden“.