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Erfolg messen

Welche Zahlen etwas aussagen und welche nur beschäftigen. Und wie man ehrlich feststellt, ob sich etwas gelohnt hat.

Klicken Sie auf eine Frage, um die Antwort zu lesen.

Welche Zahlen soll ich überhaupt verfolgen?

Drei. Nicht zwanzig.

Der Grund ist praktisch: Eine Zahl, die keine Entscheidung auslöst, ist Beschäftigung. Bei zwanzig Zahlen löst keine mehr eine aus, weil sich immer eine findet, die gerade gut aussieht.

Wie Sie Ihre drei finden: Fragen Sie bei jeder Zahl: Was würde ich anders machen, wenn sie sich halbiert? Wenn Ihnen nichts einfällt, brauchen Sie sie nicht.

Typische gute Drei für einen kleinen Betrieb:

  1. Anfragen pro Monat.
  2. Angebote, die zu Aufträgen wurden.
  3. Umsatz je Auftrag.

Was in diesen dreien steckt: Wie viele kommen, wie gut wir umwandeln, was es wert ist. Fast jede Frage lässt sich damit beantworten.

Und wenn Sie mehr wollen: Erheben Sie sie, aber sehen Sie sie einmal im Quartal an, nicht wöchentlich.

Die Übersicht beantwortet vier Fragen auf einmal: Betrieb, Lizenz, Postfach und was heute ansteht.

Welche Zahlen sehen gut aus und bedeuten nichts?

Die, die steigen, ohne dass sich etwas ändert. Vier Klassiker:

Besucherzahlen der Website. Steigen mit jeder Erwähnung, auch wenn niemand anfragt. Interessant wird es erst im Verhältnis zu Anfragen.

Öffnungsraten von Mails. Werden über ein Zählpixel gemessen, das viele blockieren. Die Zahl ist eine Untergrenze mit unbekanntem Abstand zur Wahrheit.

Zahl der Kontakte im System. Wächst automatisch. Sagt nichts über Qualität — eher das Gegenteil, wenn nicht gepflegt wird.

Zahl der verschickten Mails. Misst Aufwand, nicht Ertrag.

Was diese vier gemeinsam haben: Sie lassen sich leicht verbessern, ohne dass etwas besser wird. Genau daran erkennt man sie.

Der Gegentest: Eine gute Zahl lässt sich nicht verbessern, ohne dass tatsächlich etwas passiert.

Über welchen Zeitraum soll ich schauen?

Lang genug, dass Zufall herausfällt, und bei kleinen Betrieben ist das länger, als man denkt.

Die Faustregel: Sie brauchen genug Fälle, nicht genug Zeit. Bei fünf Anfragen im Monat sagt der Vergleich zweier Monate nichts. Bei fünfzig schon.

Was das praktisch heißt:

  • Wenige Fälle: in Quartalen oder Halbjahren denken.
  • Viele Fälle: monatlich reicht.
  • Immer: mindestens drei Zeiträume ansehen, bevor Sie von einer Entwicklung sprechen.

Was Sie berücksichtigen müssen:

  • Saison. Vergleichen Sie mit demselben Zeitraum des Vorjahres, nicht mit dem Vormonat.
  • Einmaleffekte. Ein Großauftrag verzerrt alles.

Und der häufigste Denkfehler: Aus zwei Datenpunkten eine Richtung ablesen. Zwei Punkte ergeben immer eine Linie — das heißt nichts.

Womit soll ich vergleichen?

Mit sich selbst — nicht mit Branchenwerten aus dem Netz.

Warum Branchenwerte wenig taugen:

  • Sie stammen meist von Anbietern, die etwas verkaufen wollen.
  • Sie beruhen auf anderen Betriebsgrößen und anderen Märkten.
  • Sie messen oft etwas anderes, als Sie messen.
  • Sie sind selten belegt.

Womit Sie sinnvoll vergleichen:

  • Ihr eigener Vorjahreszeitraum.
  • Zwei Vorgehensweisen gegeneinander — Kampagne A gegen B, mit derselben Zielgruppe.
  • Ihr eigenes Ziel, das Sie vorher festgelegt haben.

Der letzte Punkt ist der wertvollste und wird am seltensten gemacht: Vorher aufschreiben, was Sie erwarten. Danach wissen Sie, ob es besser oder schlechter lief — und zwar unabhängig davon, wie das Ergebnis sich anfühlt.

Und die Ehrlichkeitsregel: Das Ziel wird vorher festgelegt, nicht nachträglich an das Ergebnis angepasst.

Wie setze ich ein sinnvolles Ziel?

So, dass Sie hinterher zweifelsfrei sagen können, ob es erreicht wurde.

Ein brauchbares Ziel hat vier Teile:

  1. Was — die Größe, um die es geht.
  2. Wie viel — eine Zahl.
  3. Bis wann.
  4. Woran gemessen — die Quelle der Zahl.

Beispiel: „Bis Ende des Quartals 15 Anfragen über die Website, gezählt an den eingegangenen Formularnachrichten.“

Was kein Ziel ist: „Mehr Sichtbarkeit.“ „Professioneller wirken.“ „Die Website verbessern.“ Alles drei kann man nicht erreichen und nicht verfehlen.

Wie hoch setzen? Etwa 20 bis 30 Prozent über dem, was ohne Änderung passieren würde. Zu niedrig ist keine Anstrengung, zu hoch ist Frust.

Und der wichtigste Teil: Schreiben Sie es auf, mit Datum. Ein nicht aufgeschriebenes Ziel wird im Nachhinein zu dem, was ohnehin erreicht wurde.

Wie messe ich, ob die Website etwas bringt?

An Anfragen, die ohne sie nicht gekommen wären, und die erkennt man nur, wenn man fragt.

Die Kette: Sichtbarkeit → Besuche → Anfragen → Aufträge.

Was Sie messen sollten:

  • Anfragen über das Formular. Zählbar, eindeutig.
  • Anrufe, bei denen die Website genannt wird. Fragen Sie: „Wie sind Sie auf uns gekommen?“ und notieren Sie die Antwort.
  • Wie viele davon Aufträge werden.

Was Sie daraus ablesen:

  • Viele Besuche, wenige Anfragen: Die Seite beantwortet die Frage nicht, oder es kommen die Falschen.
  • Wenige Besuche, viele Anfragen: Die Seite ist gut, sie wird nur nicht gefunden.
  • Beides wenig: Fangen Sie bei der Sichtbarkeit an.

Und die einfachste Auswertung, die es gibt: Ein Strichliste neben dem Telefon, drei Monate lang. Sie ist genauer als jedes Auswertungswerkzeug, weil sie die Anrufe erfasst.

Wie finde ich heraus, woher Kunden kommen?

Indem Sie fragen — konsequent, bei jedem, und die Antwort aufschreiben.

Warum fragen besser ist als messen: Die Wege sind verschlungen. Jemand sieht ein Fahrzeug, sucht später den Namen, findet die Website, fragt einen Bekannten und ruft dann an. Ein Auswertungswerkzeug sieht davon einen Bruchteil.

Wie Sie fragen: „Darf ich fragen, wie Sie auf uns gekommen sind?“ Am besten am Anfang des Gesprächs, wenn es noch nicht um die Sache geht.

Wie Sie es festhalten: Ein Feld am Kontakt, mit wenigen festen Antwortmöglichkeiten. Freitext lässt sich nicht auswerten.

Was Sie nach drei Monaten wissen: Welcher Kanal tatsächlich Kunden bringt, und welcher nur Aufwand ist.

Und die typische Überraschung: Empfehlung ist fast immer der stärkste Kanal, und fast nie der, in den investiert wird.

Wie vergleiche ich verschiedene Wege der Kundengewinnung?

Über die Kosten je gewonnenem Kunden — und dabei zählt Ihre Zeit mit.

Die Rechnung:

Aufwand für den Kanal (Geld plus Arbeitszeit) geteilt durch die Zahl der daraus gewonnenen Kunden.

Was dabei herauskommt, überrascht meistens:

  • Ein Kanal, der nichts kostet, aber viel Zeit frisst, ist oft der teuerste.
  • Eine Anzeige, die teuer wirkt, kann günstiger sein als drei Tage Kaltakquise.

Was Sie ergänzen sollten: Nicht jeder Kunde ist gleich viel wert. Ein Kanal, der günstige Einmalkunden bringt, ist schlechter als einer mit wenigen, aber dauerhaften.

Rechnen Sie deshalb zweimal: Kosten je Kunde und Wert je Kunde. Erst beides zusammen ergibt ein Bild.

Und die Zeitfalle: Der eigene Aufwand wird fast immer unterschätzt. Schätzen Sie ehrlich, oder besser: messen Sie eine Woche lang mit.

Wie stelle ich fest, ob sich eine Investition gelohnt hat?

Mit einer einfachen Gegenüberstellung, und der Disziplin, sie vorher aufzuschreiben.

Vorher:

  1. Was kostet es, einmalig und laufend?
  2. Was soll es bringen, in einer Zahl?
  3. Bis wann?
  4. Was ist mein Ausstiegspunkt, wenn es nicht wirkt?

Nachher:

Vergleichen. Ohne die Zahlen von vorher nachträglich zu ändern.

Was Punkt 4 wert ist: Er verhindert das teuerste Muster überhaupt — weiter zu investieren, weil schon so viel investiert wurde. Was ausgegeben ist, ist ausgegeben; es ist kein Argument für die nächste Ausgabe.

Was Sie mitrechnen sollten: die eigene Zeit, den Aufwand für Einarbeitung und den laufenden Betrieb.

Und was Sie nicht vergessen sollten: Manches lohnt sich, ohne messbar zu sein. Eine Website, die verhindert, dass jemand Sie für unseriös hält, hat keine Zahl, und trotzdem Wirkung.

Wie vermeide ich, dass ich mir die Zahlen schönrede?

Mit vier Regeln, die alle unbequem sind:

1. Vorher aufschreiben. Ziel, Zahl, Frist — mit Datum. Ein Ziel, das erst nach dem Ergebnis entsteht, wird immer erreicht.

2. Immer dieselbe Zahl ansehen. Wer den Erfolgsmaßstab wechselt, findet immer einen, der gerade passt.

3. Auch das ansehen, was nicht funktioniert hat. Der Reflex ist, die guten Zahlen zu betrachten. Die schlechten enthalten die Information.

4. Jemanden fragen, der widersprechen darf. Am besten jemanden, der nicht an der Sache beteiligt war.

Der häufigste Selbstbetrug: die Bezugsgröße wechseln. „Wir haben 30 Prozent mehr Öffnungen“ klingt gut — bis man fragt, wie viele Anfragen daraus wurden.

Und der zweithäufigste: Erfolge dem eigenen Vorgehen zuschreiben und Misserfolge den Umständen. Prüfen Sie bei jedem Ergebnis auch die andere Erklärung.

Soll ich die Zahlen im Team zeigen?

Achtung: Leistungsbezogene Auswertungen einzelner Beschäftigter können mitbestimmungspflichtig sein. Klären Sie das vorab.

Ja — mit einer wichtigen Unterscheidung: Zahlen über die Arbeit, nicht über einzelne Personen.

Was gut funktioniert:

  • Gemeinsame Zahlen, die alle betreffen.
  • Regelmäßig, in kurzer Form.
  • Mit Erklärung, was sie bedeuten und was nicht.
  • Mit der Frage: Was schließen wir daraus?

Was schlecht funktioniert:

  • Ranglisten einzelner Personen. Sie erzeugen Verhalten, das die Zahl verbessert und nicht das Ergebnis.
  • Zahlen ohne Zusammenhang.
  • Zahlen, die nur bei schlechten Ergebnissen gezeigt werden.

Was rechtlich zu beachten ist: Auswertungen, die Rückschlüsse auf die Leistung einzelner Beschäftigter zulassen, können mitbestimmungspflichtig sein. Klären Sie das, bevor Sie so etwas einführen.

Und der beste Effekt: Wenn das Team die Zahlen kennt, kommen Verbesserungsvorschläge von dort, wo die Arbeit gemacht wird.

Wir haben zu wenige Fälle für Statistik. Was dann?

Dann zählen Sie nicht, sondern sehen sich jeden Fall einzeln an. Das ist bei kleinen Zahlen sogar besser.

Was Sie stattdessen tun:

  • Jede verlorene Anfrage nachbesprechen. Warum ist sie nicht zustande gekommen? Bei fünf im Quartal ist das eine Stunde Arbeit und mehr wert als jede Auswertung.
  • Jeden gewonnenen Auftrag genauso. Was hat den Ausschlag gegeben?
  • Muster suchen, nicht Prozentwerte. Wenn vier von fünf Absagen den Preis nannten, wissen Sie etwas — ohne Statistik.

Besser nicht: Prozentangaben bei kleinen Zahlen. „Unsere Abschlussquote ist um 50 Prozent gestiegen“ bedeutet bei vier Fällen: einer mehr.

Und der Vorteil kleiner Zahlen: Sie können jeden Fall kennen. Große Betriebe können das nicht — deshalb brauchen sie Statistik.

Wie viel Aufwand ist Messen wert?

Wenig — und wenn es mehr wird, messen Sie das Falsche.

Ein guter Richtwert: Eine halbe Stunde im Monat für die laufenden Zahlen, ein halber Tag im Jahr für den großen Blick.

Was diesen Rahmen sprengt:

  • Zahlen, die von Hand aus mehreren Quellen zusammengetragen werden.
  • Auswertungen, die niemand liest.
  • Werkzeuge, deren Pflege mehr Zeit kostet als die Erkenntnis wert ist.

Woran Sie merken, dass es zu viel ist: Wenn Sie das Messen verschieben, weil es zu aufwendig ist. Dann ist es zu aufwendig, und ein einfacheres Verfahren, das stattfindet, ist besser als ein gutes, das ausfällt.

Was fast immer reicht:

  • Drei Zahlen, monatlich notiert.
  • Eine Frage bei jeder Anfrage, woher sie kommt.
  • Einmal im Jahr ein ehrlicher Blick zurück.

Und was nichts kostet: aufschreiben, was Sie sich vorgenommen hatten.

Steht Ihre Frage nicht dabei?

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