Für Ladengeschäfte
Gefunden werden, Stammkunden halten, Öffnungszeiten pflegen. Und wo der Onlineshop anfängt.
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Wir haben ein Ladengeschäft. Was bringt uns das?
Vor allem eins: dass Leute Sie finden und wissen, ob sich der Weg lohnt.
Die drei Fragen, die jemand vor dem Besuch hat:
- Haben die, was ich suche?
- Haben die auf?
- Wie komme ich hin und wo parke ich?
Wer diese drei beantwortet, gewinnt den Besuch. Wer sie offen lässt, verliert ihn an den, der sie beantwortet — oder an den Versandhandel.
Was Sie sonst noch davon haben:
- Stammkunden ansprechen, wenn etwas Passendes da ist.
- Personal finden — der zweite große Zweck einer Website im Handel.
- Ordnung in den Kontakten, die Sie ohnehin haben: Lieferanten, Gewerbeverein, Stammkundschaft.
Was Sie nicht bekommen: einen Onlineshop und keine Kasse. Das sind andere Systeme.
Können wir damit online verkaufen?
Nein. Es gibt keinen Warenkorb, keine Zahlungsabwicklung und keine Bestandsführung.
Was Sie stattdessen tun können:
- Produkte zeigen, mit Bild, Beschreibung und Preis — als Schaufenster, nicht als Shop.
- Anfragen entgegennehmen über ein Formular.
- Zur Reservierung auffordern — „Rufen Sie an, wir legen es zurück.“
Für viele kleine Läden ist das ausreichend, weil ein Shop mehr Pflichten mit sich bringt, als der Umsatz rechtfertigt: Widerrufsrecht, Versand, Retouren, Zahlungsdienstleister, laufende Bestandspflege.
Wenn Sie wirklich verkaufen wollen: Dafür brauchen Sie eine Shop-Lösung. Die Website kann darauf verweisen.
Und was Sie bei Preisangaben beachten müssen: Auch ohne Shop gelten die Regeln zur Preisangabe, sobald Sie Preise nennen — Endpreise mit Umsatzsteuer und, wo einschlägig, Grundpreise.
Wie werden wir örtlich gefunden?
Über den Karteneintrag — der ist im Handel wichtiger als die eigene Website.
Was in den Eintrag gehört:
- Anschrift und Telefonnummer.
- Öffnungszeiten, aktuell und mit Feiertagsregelungen.
- Fotos vom Laden, innen und außen.
- Was Sie führen, in Stichworten.
- Ein Link zur Website.
Warum das so wichtig ist: Wer unterwegs „Bäckerei in der Nähe“ sucht, bekommt Karteneinträge — nicht Websites. Die Entscheidung fällt dort.
Was Sie regelmäßig tun sollten:
- Feiertagszeiten eintragen, bevor der Feiertag da ist.
- Auf Bewertungen antworten, auch auf kritische.
- Fotos aktuell halten.
Und was Sie prüfen sollten: Ob es einen Eintrag gibt, den Sie nicht angelegt haben. Solche Einträge entstehen automatisch und enthalten oft veraltete Angaben. Sie lassen sich übernehmen.
Wie halte ich Öffnungszeiten überall aktuell?
Mit einer Liste aller Stellen, an denen sie stehen, und einem Termin dafür.
Wo sie überall stehen:
- Website: Startseite, Kontaktseite, Fußbereich.
- Karteneintrag.
- Soziale Netzwerke.
- Branchenverzeichnisse.
- Die Tür des Ladens.
- Der Anrufbeantworter.
Das sind schnell acht Stellen. Wenn Sie sie einmal aufschreiben, dauert die Änderung fünf Minuten statt einer halben Stunde Suchen.
Wann Sie daran denken müssen:
- Vor Feiertagen, und danach zurückstellen.
- Vor Betriebsferien.
- Bei Sonderöffnungszeiten.
- Bei dauerhaften Änderungen.
Was am häufigsten schiefgeht: Die Feiertagszeiten werden eingetragen und im Januar nicht zurückgesetzt. Setzen Sie sich beim Eintragen gleich die Erinnerung zum Zurücksetzen.
Und der teuerste Fehler: falsche Zeiten. Wer vor verschlossener Tür steht, kommt nicht wieder.
Sollen wir unser Sortiment auf die Website stellen?
Nicht vollständig — aber genug, dass jemand weiß, ob er richtig ist.
Was funktioniert:
- Warengruppen statt Einzelartikel. „Wanderschuhe, Kletterausrüstung, Funktionsbekleidung“ sagt genug.
- Marken, die Sie führen. Danach wird gesucht.
- Besonderheiten — was haben Sie, was andere nicht haben?
- Ein paar aktuelle Stücke als Beispiele.
Was nicht funktioniert: ein vollständiger Katalog. Er ist am Tag nach dem Einstellen veraltet, und die Pflege frisst Ihre Zeit.
Was Sie beachten sollten: Wenn Sie Einzelartikel mit Preis zeigen, müssen die Angaben stimmen und vollständig sein. Ein falscher Preis auf der Website führt zu Diskussionen an der Kasse.
Der pragmatische Weg: Warengruppen dauerhaft, einzelne Stücke als Blickfang mit Datum — und ein Satz, dass das Sortiment wechselt.
Wie halte ich Kontakt zu Stammkunden?
Über einen Verteiler, den Sie sauber aufgebaut haben, und mit Nachrichten, die etwas wert sind.
Wie der Verteiler entsteht:
- Im Laden fragen, mit einem klaren Satz: „Sollen wir Ihnen schreiben, wenn wieder etwas Passendes da ist?“
- Schriftlich festhalten, wer zugestimmt hat und wann.
- Nicht heimlich sammeln. Eine Adresse aus einer Reklamation ist kein Werbeverteiler.
Was Sie schreiben können:
- Neue Ware, die zu dem passt, was jemand gekauft hat.
- Termine — verlängerte Öffnungszeiten, Aktionen, Veranstaltungen.
- Nützliches aus Ihrem Fach.
Wie oft: Selten genug, dass es Aufmerksamkeit bekommt. Einmal im Monat ist viel, viermal im Jahr ist wenig — irgendwo dazwischen.
Und die Regel, die alles trägt: Jede Nachricht muss für den Empfänger einen Wert haben. Wer nur wirbt, verliert den Verteiler.
Wie kündige ich Aktionen an?
Auf allen Wegen gleichzeitig, und rechtzeitig genug, dass es ankommt.
Die Wege:
- Website, mit einem Hinweis auf der Startseite.
- Verteiler, wenn Sie einen haben.
- Karteneintrag, wo möglich.
- Schaufenster.
- Örtliche Presse oder Gemeindeblatt, wenn es passt.
Der Zeitpunkt: Etwa eine Woche vorher, und eine Erinnerung ein bis zwei Tage davor.
Was in die Ankündigung gehört:
- Was genau, ab wann, bis wann.
- Welche Bedingungen gelten.
- Was der Vorteil ist, konkret.
Was Sie rechtlich beachten sollten: Preisnachlässe und Vergleichspreise unterliegen Regeln. Insbesondere die Angabe eines Vorpreises ist an Vorgaben gebunden — informieren Sie sich, bevor Sie mit durchgestrichenen Preisen werben.
Und danach: Den Hinweis wieder entfernen. Eine abgelaufene Aktion auf der Startseite sagt, dass hier niemand hinsieht.
Wie gehe ich mit Bewertungen um?
Antworten Sie — auf gute kurz, auf schlechte sachlich, auf alle zeitnah.
Warum antworten: Nicht für den Verfasser, sondern für die vielen, die mitlesen. Eine sachliche Antwort auf eine schlechte Bewertung wirkt besser als zehn gute Bewertungen.
Wie Sie auf Kritik antworten:
- Danken, dass es angesprochen wurde.
- Bedauern, ohne zu diskutieren.
- Klären anbieten — offline: „Rufen Sie mich an, ich möchte das gern klären.“
Was Sie besser lassen:
- Rechtfertigen. Es liest sich immer schlecht.
- Den Kunden widerlegen. Selbst wenn Sie recht haben, gewinnen Sie nicht.
- Details des Vorgangs öffentlich ausbreiten. Das ist zusätzlich ein Datenschutzproblem.
Bei erkennbar falschen Bewertungen: Sachlich widersprechen und beim Portal melden. Nicht in einen Schlagabtausch geraten.
Und was Sie nicht tun dürfen: Bewertungen kaufen oder Mitarbeitende welche schreiben lassen.
Wie halte ich Beschwerden und Reklamationen fest?
Am Kundendatensatz, sachlich, mit Datum und Ergebnis.
Was hineingehört:
- Was war der Anlass.
- Was wurde vereinbart.
- Was ist daraus geworden.
Warum Sie es festhalten sollten:
- Wiederholungen erkennen. Wenn dreimal derselbe Artikel reklamiert wird, ist das eine Information über den Artikel.
- Zusagen einhalten. Was Sie im Ärger versprochen haben, sollten Sie später wissen.
- Belegen können, was passiert ist.
Wie Sie es formulieren: So, dass Sie es der Kundschaft zeigen könnten. Auch eine Reklamationsnotiz kann Gegenstand einer Auskunft sein.
Was Sie nicht anlegen sollten: eine Liste unerwünschter Kunden mit Bewertungen. Das ist rechtlich heikel und praktisch selten hilfreich.
Und der Punkt, an dem sich Beschwerdebearbeitung auszahlt: Ein Kunde, dessen Beschwerde gut gelöst wurde, ist treuer als einer, der nie eine hatte.
Wie finden wir Personal für den Laden?
Über die Website und den Karteneintrag — und mit einem sehr einfachen Bewerbungsweg.
Was auf die Seite gehört:
- Die Stelle konkret: Stunden, Zeiten, Aufgaben, ab wann.
- Was Sie bieten, außer dem Gehalt.
- Ein Gesicht und ein Name.
- Fotos aus dem Laden.
Was den Unterschied macht: Der Bewerbungsweg. Im Handel bewirbt man sich vom Handy, oft abends. Ein Formular mit Name, Telefon und einem Freitextfeld bringt mehr Bewerbungen als ein Portal mit Anmeldung und Lebenslauf-Pflicht.
Dazu kommt:
- Aushang im Laden. Ihre Kundschaft ist Ihre beste Quelle.
- Schnell antworten. Am selben oder nächsten Tag.
Und die Angaben in der Anzeige: Achten Sie auf diskriminierungsfreie Formulierungen — bei Geschlecht, Alter und Herkunft. Eine unbedachte Formulierung kann teuer werden.
Kann ich auch Lieferanten damit verwalten?
Ja — es sind Kontakte wie andere auch, nur mit anderen Angaben.
Was in die Notiz gehört:
- Ansprechpartner mit Durchwahl.
- Bestellwege und Mindestbestellmengen.
- Lieferzeiten und Liefertage.
- Konditionen und Zahlungsziele.
- Kündigungsfristen bei Rahmenverträgen.
Was Sie sich davon versprechen dürfen: Dass die Information nicht nur im Kopf einer Person ist. Wenn Ihre Einkäuferin ausfällt, muss jemand anderes bestellen können.
Was Sie zusätzlich tun sollten: Kategorisieren Sie nach Warengruppe. Dann finden Sie im Bedarfsfall schnell die Alternative.
Und ein praktischer Nebeneffekt: Wenn Sie einmal im Jahr die Konditionen aller Lieferanten nebeneinander sehen, fällt auf, wo seit Jahren nicht nachverhandelt wurde.
Worauf es ankommt: Zahlungskonditionen und Vertragsdaten sind vertraulich. Nicht jeder im Betrieb muss sie sehen.
Wir haben keine Zeit. Was ist das Minimum?
Drei Dinge, zusammen etwa eine Stunde im Monat.
1. Karteneintrag aktuell halten — 15 Minuten. Öffnungszeiten, Feiertage, ein neues Foto ab und zu. Das ist die wirksamste Viertelstunde, die Sie investieren können.
2. Auf Bewertungen antworten — 15 Minuten. Alle, die seit dem letzten Mal dazugekommen sind.
3. Website durchsehen — 30 Minuten im Quartal. Stimmen Zeiten, Preise, Ansprechpartner? Ist ein abgelaufener Hinweis noch da?
Was Sie sich sparen können, wenn die Zeit fehlt:
- Regelmäßige Beiträge.
- Soziale Netzwerke, die Sie nicht durchhalten.
- Ein Verteiler, den Sie nicht bedienen.
Der Grundsatz: Lieber wenig und richtig als viel und veraltet. Ein Konto in einem sozialen Netzwerk mit dem letzten Beitrag von vor zwei Jahren schadet mehr, als es nützt.
Und wenn Sie eine Sache auswählen müssten: der Karteneintrag.
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