Akquise im Rhythmus
Wie oft nachfassen, in welchem Abstand und wann aufhören. Damit sich der Aufwand rechnet.
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In welchem Abstand sollte ich nachfassen?
Der Abstand, der sich bewährt hat:
- Erst-Mail → 5 bis 7 Tage → erste Nachfassung
- Erste Nachfassung → 10 bis 14 Tage → zweite Nachfassung
- Danach: Pause. Frühestens nach drei bis sechs Monaten mit einem neuen Anlass.
Warum diese Abstände: Kürzer wirkt drängend, länger geht der Bezug verloren. Und wer nach der ersten Mail zwei Tage später nachfasst, sagt damit: Ich beobachte Ihr Postfach.
Wichtiger als die genauen Tage ist die Regelmäßigkeit. Eine Kampagne, deren zweite Stufe drei Wochen zu spät kommt, weil niemand daran gedacht hat, wirkt schlechter als eine mit anderem Abstand.
Genau dafür sind Kampagnen in Stufen da: Der Abstand steht fest, und Aurora hält ihn ein.
Wann höre ich auf, jemanden anzuschreiben?
Nach drei Kontakten ohne jede Reaktion — Erst-Mail und zwei Nachfassungen.
Es geht dabei nicht um Höflichkeit, sondern Wirksamkeit: Die Wahrscheinlichkeit einer Antwort fällt nach der zweiten Nachfassung stark ab, während der Ärger beim Empfänger steigt. Und Ärger ist teuer: Er endet mit einer Abmeldung, einer Beschwerde oder einer Spam-Markierung, und die schadet allen Ihren künftigen Mails.
Sofort aufhören müssen Sie:
- bei einem Widerspruch, in welcher Form auch immer,
- bei einer klaren Absage,
- bei einer Abwesenheitsnotiz, die ein dauerhaftes Ausscheiden meldet.
Was Sie danach tun können: den Kontakt in eine Kategorie „später“ legen und in sechs Monaten mit einem neuen Anlass ansprechen. Nicht mit derselben Mail.
Was mache ich mit den Antworten?
Innerhalb eines Werktags bearbeiten — sonst war die ganze Kampagne umsonst.
Der Ablauf je Antwort:
- Interesse? → Sofort antworten, Termin vorschlagen, Wiedervorlage setzen.
- „Später“? → Wiedervorlage auf das genannte Datum, Notiz mit dem Wortlaut.
- Absage? → Notiz, Kategorie anpassen. Nicht diskutieren.
- Widerspruch? → Opt-Out setzen, kurz bestätigen.
- Abwesenheitsnotiz? → Wiedervorlage auf das Rückkehrdatum.
Punkt 2 ist der wertvollste und wird am häufigsten liegengelassen. Ein „melden Sie sich im Herbst wieder“ ist eine Einladung, und in drei Monaten weiß niemand mehr davon, wenn keine Wiedervorlage steht.
Planen Sie die Zeit ein, bevor Sie starten. Eine Kampagne an 500 Empfänger erzeugt Arbeit; wer die nicht hat, sollte an 100 schicken.
Wie behalte ich die „melden Sie sich später“-Kontakte im Blick?
Mit einer Wiedervorlage im selben Moment, in dem die Antwort kommt. Nicht am Abend, nicht am Freitag.
Was in die Wiedervorlage gehört:
- Das genannte Datum, nicht ein ungefähres. „Im Herbst“ wird zum 15. September.
- Eine Notiz mit dem Wortlaut. Beim nächsten Anruf können Sie daran anknüpfen: „Sie sagten im Mai, im Herbst würde es passen.“
Das ist der Bestand, der einen Vertrieb trägt. Kalte Kontakte sind teuer; jemand, der selbst gesagt hat „später“, ist warm — und in sechs Monaten ist er der beste Anruf, den Sie an diesem Tag machen.
Wenn diese Liste bei Ihnen leer ist, obwohl Sie Kampagnen fahren, wird sie nicht gepflegt.
Wie viele Kontakte soll ich auf einmal anschreiben?
So viele, wie Sie nachbearbeiten können. Das ist die einzige sinnvolle Grenze.
Als Rechnung: Bei zwei bis fünf Prozent Antworten erzeugen 200 Empfänger vier bis zehn Antworten. Jede kostet zehn bis dreißig Minuten — Antwort schreiben, Notiz, Wiedervorlage, vielleicht ein Telefonat. Das sind zwei bis fünf Stunden, verteilt über zwei Wochen.
Daraus folgt für die meisten kleinen Betriebe: 100 bis 300 Empfänger je Kampagne, alle zwei bis vier Wochen eine.
Was nicht funktioniert: einmal im Jahr 3.000 Mails. Das erzeugt sechzig Antworten in einer Woche, von denen die Hälfte liegen bleibt, und einen Absenderruf, der darunter leidet.
Für neue Absenderadressen gilt zusätzlich: klein anfangen und steigern.
Wann verschicke ich am besten?
Dienstag bis Donnerstag, vormittags ist der übliche Rat, und er stimmt ungefähr.
Wichtiger sind die Zeiten, die nicht funktionieren:
- Montagmorgen. Da wird das Wochenendpostfach abgeräumt, und alles Unbekannte fliegt raus.
- Freitagnachmittag. Wird auf Montag verschoben und dort abgeräumt.
- Ferien und Brückentage. Halbe Belegschaften, volle Postfächer.
- Dezember ab Mitte. Alles, was nicht dringend ist, wird ins neue Jahr geschoben.
Aber: Der Zeitpunkt ist der am meisten überschätzte Faktor. Ein guter Text am Freitagnachmittag schlägt einen schlechten am Dienstagvormittag deutlich.
Und beachten Sie: Aurora verschickt zeitversetzt in kleinen Mengen. Der genaue Zeitpunkt ist ohnehin nicht auf die Minute steuerbar.
Wie schneide ich eine gute Zielgruppe zu?
So eng, dass Sie den Empfängern einen konkreten Satz schreiben können.
Der Prüfstein: Können Sie einen Satz formulieren, der für alle in dieser Gruppe stimmt und für andere nicht? Wenn ja, ist es eine Zielgruppe. Wenn nein, sind es mehrere.
Woran Sie schneiden können:
- Branche. Der wirksamste Schnitt, weil er den Text konkret macht.
- Größe. Ein Betrieb mit 5 Beschäftigten hat andere Probleme als einer mit 500.
- Ort. Wenn Sie regional arbeiten, ist die Nähe ein Argument.
- Anlass. Eine Ausschreibung, ein Umzug, eine Neugründung.
Was kein guter Schnitt ist: „alle, die eine Mailadresse haben“. Das ist keine Zielgruppe, das ist ein Bestand.
Lieber vier Kampagnen an je 80 als eine an 320.
Ich fange bei null an. Wo bekomme ich die ersten Kontakte her?
Aus vier Quellen, in der Reihenfolge ihrer Qualität:
- Ihr eigenes Postfach. Jeder, mit dem Sie in den letzten zwei Jahren geschrieben haben. Das sind warme Kontakte, und Sie haben sie schon. Aurora holt sie beim Verbinden des Postfachs zutage.
- Bestehende Kunden. Der günstigste Umsatz ist der von jemandem, der schon gekauft hat.
- Empfehlungen. Fragen Sie fünf zufriedene Kunden nach je einem Namen.
- Recherche. Zeitaufwendig, kalt, aber machbar — mit den rechtlichen Einschränkungen für den Erstkontakt.
Was Sie nicht tun sollten: eine Adressliste kaufen. Die behauptete Einwilligung ist selten nachweisbar, und im Zweifel haften Sie.
Die ersten hundert Kontakte sind fast immer schon da. Man muss sie nur eintragen.
Wie nutze ich Kontakte, die mich schon kennen?
Anders als kalte — und deutlich wirksamer.
Was bei warmen Kontakten funktioniert:
- Anknüpfen. „Wir hatten vor zwei Jahren über die Halle in Meißen gesprochen.“ Das ist der Satz, der eine Mail von einer Werbemail unterscheidet.
- Ein Anlass, kein Angebot. Eine Änderung in Vorschriften, ein abgeschlossenes Projekt in ihrer Branche, eine neue Leistung.
- Persönlich statt Serienmail, wo der Bestand klein genug ist. Zwanzig einzeln geschriebene Mails schlagen zweihundert automatische.
Und der Klassiker, der unterschätzt wird: einfach anrufen. Bei jemandem, der Sie kennt, ist die Hürde niedrig, und ein Telefonat bringt mehr Information als zehn Mails.
Die Notizen aus früheren Gesprächen sind hier das Kapital. Wer sie nicht hat, schreibt auch an warme Kontakte kalte Mails.
Ich habe keinen Anlass zu schreiben. Was tue ich?
Einen finden — er ist fast immer da, man muss ihn nur benennen:
- Etwas, das Sie fertiggestellt haben und das für den Empfänger relevant ist.
- Eine Änderung, die seine Branche betrifft: Vorschriften, Förderungen, Fristen.
- Ein Wechsel bei Ihnen: neue Leistung, neuer Standort, neue Kapazität.
- Ein Wechsel bei ihm: neue Geschäftsführung, Umzug, Ausschreibung, Auftrag in der Zeitung.
- Die Jahreszeit, wo sie eine Rolle spielt.
Was kein Anlass ist: „Wir wollten uns mal wieder melden.“ Das ist der Grund, warum Sie schreiben, nicht der Grund, warum jemand lesen sollte.
Wenn Ihnen wirklich nichts einfällt, ist das oft ein Hinweis: Vielleicht ist es gerade nicht der Moment, und in sechs Wochen gibt es einen.
Wie gehe ich mit Absagen um?
Kurz, freundlich, und ohne Nachverhandlung.
Was Sie tun:
- Notiz mit dem Grund, wenn einer genannt wurde. Das ist die wertvollste Information aus einer Absage.
- Kategorie anpassen, damit die Person nicht in derselben Kampagne wieder auftaucht.
- Eine Zeile zurückschreiben. „Danke für die Rückmeldung — melden Sie sich, wenn sich etwas ändert.“
Was Sie nicht tun: nachhaken, warum, oder ein besseres Angebot hinterherschieben. Beides verwandelt eine höfliche Absage in eine Abmeldung.
Und der Blick nach vorn: Sammeln Sie die Gründe. Wenn dreimal derselbe kommt — zu teuer, zu weit weg, falscher Zeitpunkt —, ist das eine Auskunft über Ihr Angebot oder Ihre Zielgruppe, nicht über den Empfänger.
Jemand beschwert sich über eine Mail.
Ruhig, schnell und ohne Rechtfertigung:
- Sofort das Opt-Out setzen. Vor der Antwort.
- Kurz antworten. Entschuldigung, erledigt, keine weiteren Mails. Ohne Erklärung, warum Sie im Recht sind.
- Prüfen, woher der Kontakt stammt. Wenn die Grundlage fehlt, betrifft das nicht nur diese eine Person.
- Notieren, was passiert ist.
Was Sie nicht tun: die Rechtslage erklären. Wer sich beschwert, will keine Belehrung — und eine Diskussion macht aus einer Beschwerde eine Abmahnung.
Wenn eine anwaltliche Aufforderung kommt, ist das etwas anderes: Dann nicht antworten, sondern die Frist notieren und rechtlichen Rat holen.
Wie halte ich das über Monate durch?
Indem Sie es klein und regelmäßig machen statt groß und selten.
Was funktioniert:
- Ein fester Termin. Zwei Stunden alle zwei Wochen, im Kalender, wie ein Kundentermin.
- Kleine Kampagnen. 100 Empfänger, die man nachbearbeiten kann, statt 1.000, die man nicht schafft.
- Vorbereitung getrennt vom Versand. Texte an einem ruhigen Tag schreiben, Versand an einem anderen.
- Die Wiedervorlagen als Motor. Wer sie abarbeitet, macht Akquise, ohne dass es sich danach anfühlt.
Was nicht funktioniert: Akquise, wenn Zeit ist. Zeit ist nie.
Und die realistische Erwartung: Die ersten drei Kampagnen bringen wenig. Das liegt am Bestand, am Text und am Absenderruf — alle drei werden besser, wenn man weitermacht.
Was kann ich realistisch erwarten?
Von einer kalten Kampagne an 200 Empfänger:
- 190 bis 196 zugestellt.
- 2 bis 10 Antworten, davon die Hälfte Absagen.
- 1 bis 3 Gespräche.
- 0 bis 1 Auftrag — mit großer Streuung.
Das klingt wenig und ist es auch. Der Wert entsteht über die Zeit: aus den „später“-Kontakten, aus den Empfehlungen, aus dem Bestand, der wächst.
Was die Zahlen deutlich verbessert:
- Warme statt kalter Kontakte — Faktor 5 bis 10.
- Engere Zielgruppe mit konkretem Text — Faktor 2 bis 3.
- Konsequente Nachbearbeitung — der größte Hebel überhaupt.
Wer nach der ersten Kampagne aufhört, hat den Aufwand bezahlt und den Ertrag nicht abgeholt.
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