Aufgaben, Wiedervorlagen, Termine
Was wohin gehört, wie man Fälligkeiten setzt und warum Überfälliges nicht liegen bleiben darf.
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Aufgabe, Wiedervorlage oder Termin — was nehme ich wann?
Die Trennung ist einfach, wenn man sie einmal festgelegt hat:
- Wiedervorlage: hängt an einem Kontakt. „Bei Herrn Krause am 14.3. nachfassen.“
- Aufgabe: eine Tätigkeit, mit oder ohne Kontakt. „Vorlage für die Nachfassmail schreiben.“
- Termin: eine Verabredung zu einer festen Zeit, meist mit anderen. „Besprechung Donnerstag 10 Uhr.“
Der Prüfstein: Geht es um einen Menschen oder um eine Tätigkeit? Mensch → Wiedervorlage. Tätigkeit → Aufgabe. Uhrzeit mit anderen → Termin.
Was passiert, wenn man es nicht trennt: Alles landet in einer Liste, die zu lang wird, und dann sieht niemand mehr hinein. Die Trennung ist kein Selbstzweck — sie hält die Listen kurz genug, um benutzt zu werden.
Welches Datum setze ich?
Das, an dem Sie tatsächlich handeln wollen — nicht das, an dem Sie daran denken sollten.
Der Unterschied ist entscheidend: Ein Datum, das zu früh liegt, wird verschoben. Ein Datum, das dreimal verschoben wurde, wird ignoriert. Und eine Liste voller ignorierter Einträge ist wertlos.
Praktische Regeln:
- Konkret statt ungefähr. „Im Herbst“ wird zum 15. September.
- Nach dem Anlass richten. Wer sagt „nach dem Jahresabschluss“, meint Mitte März.
- Nicht auf Montag legen. Montags ist ohnehin zu viel; setzen Sie es auf Dienstag oder Mittwoch.
- Puffer einrechnen bei allem, was von anderen abhängt.
Und: Wenn Sie ein Datum zum dritten Mal verschieben, ist das ein Signal. Entweder ist es nicht wichtig, oder es ist etwas anderes im Weg.
Was mache ich mit überfälligen Einträgen?
Entscheiden — jeden einzelnen. Nicht ignorieren, nicht sammeln.
Für jeden überfälligen Eintrag gibt es genau drei Möglichkeiten:
- Jetzt erledigen. Bei den meisten dauert es fünf Minuten.
- Neu terminieren, mit einem konkreten neuen Datum und einer Notiz, warum.
- Streichen. Wenn es nicht mehr wichtig ist, ist das die ehrliche Antwort.
Was nicht geht: liegen lassen. Eine Liste mit zwanzig überfälligen Einträgen wird nicht mehr geöffnet, und dann fällt auch das eine Wichtige durch.
Nehmen Sie sich einmal die Woche zehn Minuten für die Überfälligen. Am besten freitags: Dann gehen Sie mit einer sauberen Liste ins Wochenende.
Wie schneide ich Aufgabenlisten?
Nach Zuständigkeit oder Thema, nicht nach Zeit — die Zeit steckt schon in der Fälligkeit.
Was sich bewährt:
- Eine Liste je Person, wenn jeder eigene Aufgaben hat.
- Eine Liste je größerem Vorhaben — „Umzug Büro“, „Einführung Aurora“.
- Eine gemeinsame Liste für alles, was jeder machen kann.
Was nicht funktioniert:
- Listen nach Dringlichkeit („wichtig“, „später“). Sie veralten sofort.
- Zwanzig Listen. Was man nicht überblickt, benutzt man nicht.
Drei bis fünf Listen sind für die meisten Betriebe richtig. Und löschen Sie Listen, die abgeschlossen sind — eine Liste „Weihnachtsaktion 2024“ hat im März nichts mehr zu suchen.
Wie gebe ich jemandem eine Aufgabe?
Zuweisen, und darüber sprechen. Eine zugewiesene Aufgabe, von der niemand weiß, ist keine Aufgabe.
Was in eine gute Aufgabe gehört:
- Was genau zu tun ist, in einem Satz. Nicht „Kunde Meier klären“.
- Bis wann.
- Woran man erkennt, dass es fertig ist.
- Der Kontakt oder Vorgang, um den es geht.
Was Sie nicht tun sollten: Aufgaben als Kommunikationsmittel benutzen. Wer eine Frage hat, fragt — er legt keine Aufgabe an.
Und die Regel, die Ärger erspart: Zuweisen heißt nicht abgeben. Wer eine Aufgabe vergibt, sollte auch nachsehen, ob sie erledigt wurde — sonst entsteht der Zustand, in dem alle glauben, jemand anderes kümmere sich.
Wie gehe ich mit wiederkehrenden Aufgaben um?
Als wiederkehrende Aufgabe anlegen, wo es geht — sonst als Reihe einzelner Einträge.
Was sich lohnt, wiederkehrend zu führen:
- Datenpflege — quartalsweise.
- Rechtliche Durchsicht — jährlich.
- Sicherung prüfen — jährlich.
- Formular testen — quartalsweise.
- Zugänge prüfen — jährlich.
Der Wert liegt nicht in der Erinnerung, sondern darin, dass es überhaupt stattfindet. Datenpflege, für die es keinen Termin gibt, findet nicht statt — unabhängig davon, wie überzeugt alle sind, dass sie wichtig wäre.
Und wenn Sie eine wiederkehrende Aufgabe dreimal hintereinander verschieben: Prüfen Sie, ob sie noch nötig ist. Manche Routinen überleben ihren Zweck.
Was passiert mit meinen Einträgen im Urlaub?
Nichts — außer Sie regeln es vorher. Eine Wiedervorlage, die im Urlaub fällig wird, verfällt still.
Was Sie am letzten Arbeitstag tun sollten, zehn Minuten:
- Eigene Wiedervorlagen durchgehen, die in die Abwesenheit fallen.
- Entscheiden: verschieben oder abgeben.
- Beim Abgeben: Notiz mit dem Stand, damit die Vertretung weiß, worum es geht.
- Laufende Kampagnen prüfen: Wer beantwortet die Antworten?
Punkt 4 wird am häufigsten vergessen und richtet den meisten Schaden an: Eine Kampagne, deren Antworten zwei Wochen liegen bleiben, hätte man besser nicht gestartet.
Und die Vertretung arbeitet mit ihrem eigenen Zugang — nicht mit Ihrem.
Wofür brauche ich den Kalender in Aurora?
Für Termine, die zu Vorgängen gehören — Kundengespräche, Besichtigungen, Vorstellungstermine.
Der Vorteil gegenüber Ihrem gewohnten Kalender: Der Termin hängt am Kontakt. Wer die Akte öffnet, sieht, wann Sie sich getroffen haben.
Was das nicht ersetzt: Ihren Arbeitskalender mit allem, was sonst noch ansteht. Zwei vollständige Kalender parallel zu führen, funktioniert nicht.
Die Aufteilung, die sich bewährt hat:
- Vorgangsbezogene Termine hier, damit sie in der Historie stehen.
- Alles Übrige dort, wo es immer war.
Und wenn Sie unsicher sind: Ein Termin, den Sie in der Kontaktakte wiederfinden wollen, gehört hierher. Ein Zahnarzttermin nicht.
Was mache ich vor einem Kundentermin?
Zwei Minuten in die Akte sehen — das ist der Unterschied zwischen einem vorbereiteten und einem beliebigen Termin.
Was Sie dort suchen:
- Wann war der letzte Kontakt, worüber?
- Was wurde zugesagt — von Ihnen und von der anderen Seite?
- Gibt es offene Punkte aus dem letzten Gespräch?
- Läuft eine Kampagne an diese Person?
Und was Sie mitnehmen sollten: einen Satz aus dem letzten Gespräch. „Sie hatten gesagt, dass die Halle im Frühjahr fertig wird — wie ist es gelaufen?“ Das ist der Unterschied zwischen einem Vertreter und einem Partner.
Am Handy geht das im Auto vor der Tür. Genau dafür ist der mobile Zugriff da.
Was mache ich nach einem Termin?
Drei Dinge, am besten im Auto, bevor der nächste kommt:
- Notiz — was besprochen, was vereinbart, in Stichworten.
- Wiedervorlage auf den nächsten Schritt, mit Datum.
- Aufgaben, wenn Sie etwas zugesagt haben — und zwar mit Frist.
Der dritte Punkt ist der, an dem Vertrauen entsteht oder verlorengeht. Eine Zusage, die im Termin gemacht und danach vergessen wird, wiegt schwerer als jeder Preisnachlass.
Was viele stattdessen tun: sich alles merken wollen. Das funktioniert bis zum dritten Termin am selben Tag.
Und wenn Sie nicht sofort dazu kommen: wenigstens drei Stichworte. Die vollständige Notiz können Sie abends daraus bauen; aus nichts können Sie sie nicht bauen.
Meine Liste ist zu lang. Was jetzt?
Ein Schnitt, dann ein neues Vorgehen — nicht abarbeiten.
Der Schnitt:
- Alles, was älter als drei Monate überfällig ist, einmal durchgehen.
- Bei jedem Eintrag: erledigen, neu terminieren oder streichen.
- Streichen ist die häufigste richtige Antwort — was drei Monate liegen konnte, war nicht wichtig.
Danach:
- Weniger anlegen. Nicht jede Idee ist eine Aufgabe.
- Realistischer terminieren. Nicht „morgen“, wenn Sie wissen, dass es zwei Wochen dauert.
- Wöchentlich zehn Minuten für die Überfälligen.
Der eigentliche Schaden einer zu langen Liste ist nicht die Arbeit, die drinsteht — es ist, dass man sie nicht mehr öffnet. Und dann fällt auch das eine Wichtige durch.
Werde ich an fällige Einträge erinnert?
Auf der Übersicht — dort steht, was heute ansteht. Das ist die Stelle, an der der Arbeitstag beginnen sollte.
Was Sie dort sehen: Ihre Wiedervorlagen, Ihre Aufgaben, Ihre Termine. Nicht die des Teams.
Was das voraussetzt: dass Sie die Übersicht morgens öffnen. Eine Erinnerung, die niemand ansieht, erinnert an nichts.
Was Sie zusätzlich tun können:
- Benachrichtigungen einstellen, wenn Sie welche wollen.
- Ein Symbol auf dem Startbildschirm des Handys — dann ist es einen Fingertipp entfernt.
Und die ehrliche Einordnung: Kein System erinnert Sie an etwas, das Sie nicht eingetragen haben. Die Erinnerung ist der zweite Schritt; der erste ist die Gewohnheit, sie zu setzen.
Steht Ihre Frage nicht dabei?
Versuchen Sie es über die Suche — die geht über alle Kapitel auf einmal. Und wenn hier wirklich etwas fehlt, sagen Sie uns Bescheid: im Programm unten rechts über „Fehler melden“.